Prokrastinieren: Aufschieberitis und ihre Folgen

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Prokrastinieren gehört für viele zum Alltag. Klassisch kennen wir es aus der Schule oder der Uni. Eigentlich sollten wir uns jetzt gerade mit unserer Hausarbeit beschäftigen, aber auf einmal erwischen wir uns dabei, wie wir mit dem Aufräumen anfangen. Oder wir verdaddeln unsere Zeit bei Facebook, Snapchat und Co.

Für manche ist das Prokrastinieren eine bewusste Entscheidung. Unter Stress können sie produktiver arbeiten. Für andere erzeugt das Prokrastinieren aber überwiegend Stress, weil unliebsame Dinge so weit verschoben werden, dass die Deadline immer näher rückt. Bei einer Umfrage der TNS Emnid aus dem Jahr 2011 gaben mehr als ein Viertel der Befragten an, das Aufschieben von Dingen als schlechteste Angewohnheit zu sehen.

Prokrastinieren kann in unterschiedlichem Kontext stattfinden. Manchmal zögert man einen Anruf bei einem unangenehmen Kunden heraus, indem man sich mit dem Sortieren von Mails oder dem Adressbuch beschäftigt. Manchmal geht es um die Hausarbeit, die einfach nicht fertig wird. In vielen Fällen geht es aber um noch viel mehr.

Viele lassen wichtige Termine verstreichen oder reagieren auf Anschreiben nicht. Dabei kann es zum Beispiel um die Fertigstellung der Steuererklärung oder auch um eine Rückmeldung zu einer Bewerbung gehen. Ehe man sich versieht, sind so Zukunftschancen verbaut und kommen so auch nicht wieder, oder man lässt es sich das Prokrastinieren so zur Gewohnheit werden, dass man es als einfachste Option in vielen Lebenslagen sieht. Wer regelmäßig prokrastiniert, erhöht jedoch schnell das eigene Stresslevel. Dadurch steigt der Blutdruck und die Gefahr eines Herzinfarktes vergrößert sich. Auch kann durch zu viel Prokrastinieren eine regelrechte Bugwelle entstehen, die nur noch schwer alleine zu überwinden ist. Wer erst einmal in diesen Teufelskreis geraten ist, kann schnell in Depressionen verfallen.

Und jetzt?

Um das eigene Aufschiebeverhalten in den Griff zu bekommen, sollte sich jeder zuerst mit den konkreten individuellen Ursachen dafür beschäftigen. Stehen Ängste dahinter? Liegt es am eigenen Zeitmanagement? Dann bieten sich konkrete Maßnahmen an, die in den Alltag integriert werden können.

In meinem Onlineseminar “Psychologie der guten Ziele” habe ich ein Kapitel aufgenommen, das sich konkret mit den psychologischen Hintergründen des Prokrastinierens beschäftigt und einige konkrete Methoden aufzeigt, das Prokrastinieren zukünftig zu vermeiden. Das Kapitel ist kostenfrei über die Lernplattform Udemy verfügbar! [Werbung]

Wenn du wissen willst, wie du besser Entscheidungen treffen kannst, dann empfehle ich dir auch Episode 3 des Instant Psycho! Podcasts.