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Stress: Wenn wir im Urlaub krank werden

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Das hat bestimmt jeder schon einmal erlebt: Nach einer ereignisreichen Arbeitszeit geht es ins wohlverdiente Wochenende oder sogar in einen wohlverdienten Urlaub. Und dann auf einmal kommt die Erkältung oder der Infekt. Bloßer Zufall? Mag sein. Eine nicht zu vernachlässigende Ursache kann jedoch auch Stress während der Arbeitsphase sein. Insbesondere vor dem Urlaub kann dieser dadurch verstärkt werden, dass Projekte noch vor der Abwesenheit abgeschlossen sein wollen oder die Urlaubsplanung in den allerletzten Endzügen ist.

Der Hormoncocktail, der unser Immunsystem herunterfährt

Unter Stress passiert ein evolutionär bedingter Vorgang, der unsere frühen Vorfahren vor dem Säbelzahntiger gerettet hat: Ein Hormoncocktail mit Stresshormonen wird ausgeschüttet. Eines dieser Hormone ist Cortisol. Cortisol hat in Krisensituationen positive Wirkungen: Durch einen erhöhten Blutdruck und Blutzuckerspiegel werden die Muskeln vermehrt mit Sauerstoff und Energie versorgt. Gleichzeitig werden für die Gefahrensituation unbenötigte Ressourcen wie das Immunsystem und die Verdauung verlangsamt. Wenn der Tiger kurz davor ist, uns aufzufressen, gibt es für den Körper kurzfristig Wichtigeres als das Mittagessen zu verdauen. Normalerweise wirkt ein solcher Hormoncocktail für etwa 10-15 Sekunden. Kommen Stressreize jedoch häufig hintereinander, hält die Wirkung der Hormone länger an und die Entspannungsphasen fallen schwerer. Das Immunsystem fährt dann ebenfalls für längere Zeit herunter. In dieser Zeit sammeln sich vermehrt Keime und Erreger in unserem Organismus, die normalerweise durch das Immunsystem bekämpft werden.

In der Freizeit kommt das Immunsystem wieder in Schwung

Wenn dann das Wochenende oder der Urlaub ansteht, gelingt uns häufig der Moduswechsel vom Gefahrenmodus zurück zum Entspannungsmodus. Auch durch Glückshormone werden die Stresshormone zusätzlich abgebaut und das Immunsystem fährt jetzt wieder hoch. Durch die in Folge der Stressreaktion eingefangenen Keime und Erreger wird das Immunsystem jetzt besonders aktiviert. Diese Fremdkörper, die zuvor nicht ausreichend bekämpft wurden, werden jetzt wieder als solche erkannt und bekämpft. Wir werden anfälliger für Erkrankungen.

Gegen Stress kann man vorgehen

Gegen Stress helfen Glückshormone („Glückshormone fressen Kampfhormone!“ [Vera Birkenbihl]). Durch das Hervorheben von positiven Aspekten im Alltag kann dies genauso gelingen, wie bei der Ausübung von Dingen, die uns Freude bereiten. Um das Cortisol abzubauen, kann auch Bewegung helfen. Im Arbeitsalltag öfter mal die Treppe zu benutzen oder kleine Sportübungen am Arbeitsplatz auszuführen, können leicht umsetzbare Ansätze sein. Ein besseres Verständnis für Stress und Bewältigungsstrategien kann ebenfalls einen wertvollen Beitrag leisten. Als durch die IHK zertifizierte Fachkraft für Stressmanagement unterstütze ich dich und dein Unternehmen gerne dabei. Einen allgemeinen Zugang zur Psychologie am Arbeitsplatz ermögliche ich zudem in meinem Onlinekurs.