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	<title>Diagnostik Archive - Instant Psycho!</title>
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		<title>Ist mein Chef ein Psychopath?</title>
		<link>https://instantpsycho.de/ist-mein-chef-ein-psychopath/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julian Cunow]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2021 19:42:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Chef]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für Menschen, die unsoziales Verhalten an den Tag legen, wird oft der Begriff „Psychopath“ verwendet. Häufig sind psychopathisch veranlagte Menschen in Positionen vorzufinden, in denen es möglich ist, Macht auszuüben.</p>
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<p>Für Menschen, die unsoziales Verhalten an den Tag legen, wird oft der Begriff „Psychopath“ verwendet. Häufig sind psychopathisch veranlagte Menschen in Positionen vorzufinden, in denen es möglich ist, Macht auszuüben. Wer sich gerne und häufig mit dem Titel „CEO“ schmückt, könnte also prädestiniert sein, ein Psychopath zu sein. Aber woran erkenne ich, dass meine Chefin oder mein Chef tatsächlich ein Psychopath ist?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medizinische Einordnung der Psychopathie</h2>



<p>In der klinischen Psychologie gilt Psychopathie als eine Persönlichkeitsstörung. Neurobiologen konnten feststellen, dass bei Psychopathen verschiedene Hirnregionen Einschränkungen unterworfen sind: die präfrontale und orbitofrontale Großhirnrinde sind weniger ausgeprägt als bei nicht betroffenen Menschen. Außerdem gibt es Fehlfunktionen in der Amygdala, die auch für Ängste verantwortlich ist, sowie im Hippocampus. Der Kriminalpsychologe Robert D. Hare hat einen diagnostischen Test (<a href="https://www.testzentrale.de/shop/hare-psychopathy-checklist-revised-86815.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">den PCL-R Test</a>) zur Diagnose der Psychopathie entwickelt. Einen offiziellen ICD 10 Schlüssel gibt es für die Diagnose allerdings nicht.</p>



<p>Psychopathen zeigen oft bereits im Kindesalter ein auffälliges Verhalten. Sie sind wenig empathisch, gefühlskalt, reuelos und haben oftmals keine Angst vor Konsequenzen. Die interpersonell-affektive Psychopathie ist stabil über das Lebensalter. Sie zeichnet sich insbesondere durch einen selbstsüchtigen und parasitären Lebensstil aus. Die antisozial-deviante Psychopathie nimmt tendenziell mit zunehmendem Alter ab. Diese zeichnet sich durch einen chronisch instabilen und antisozialen Lebensstil aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Checkliste zur Identifizierung eines Psychopathen</h2>



<p>Über den PCL-R Test werden in einer Checkliste Eigenschaften genannt, die dabei helfen können, eine Psychopathie zu diagnostizieren. Eine offizielle Diagnose durch einen Psychotherapeuten ersetzt die Checkliste jedoch nicht.</p>



<p><strong>Eigenschaften einer interpersonell-affektiven Psychopathie:</strong></p>



<ul><li>trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme</li><li>erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl</li><li>pathologisches Lügen (Pseudologie)</li><li>betrügerisch-manipulatives Verhalten</li><li>Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein</li><li>oberflächliche Gefühle</li><li>Gefühlskälte, Mangel an Empathie</li><li>mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen</li></ul>



<p><strong>Eigenschaften einer antisozial-devianten Psychopathie:</strong></p>



<ul><li>Stimulationsbedürfnis (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langeweile</li><li>parasitärer Lebensstil</li><li>Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen</li><li>Impulsivität</li><li>Verantwortungslosigkeit</li><li>geringe Verhaltenskontrolle</li><li>Frühe Verhaltensauffälligkeiten</li><li>Jugendkriminalität</li><li>Verstoß gegen Bewährungsauflagen bei bedingter Haftentlassung</li><li>Polytrope (vielgestaltige) Kriminalität</li></ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was kann ich tun, wenn ich unter einem psychopathischen Vorgesetzten leide?</h2>



<p>Wenn sich herausstellt, dass die eigene Chefin oder der eigene Chef viele dieser Eigenschaften besitzt, ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Durch das antisoziale Verhalten von Psychopathen kann der Berufsalltag alles andere als leicht werden, und eine Veränderung des Verhaltens ist in der Regel nicht ohne Weiteres zu erwarten. Es kann hilfreich sein, unangemessene Verhaltensweisen mit dem Betriebsrat oder der Personalabteilung zu besprechen. Möglicherweise kann es auch hilfreich sein, dies zusammen mit anderen betroffenen Mitarbeitern anzugehen. Bei kriminellen Verhaltensweisen, die bei psychopathisch veranlagten Personen nicht unüblich sind, sollte auch der Rechtsweg in Betracht gezogen werden. Da die Verhaltensweisen eines Psychopathen auch die eigene psychische Gesundheit gefährden können, sollte, wenn nichts anderes hilft, auch ein Jobwechsel in Erwägung gezogen werden.</p>



<p><a href="https://instantpsycho.de/buchtipps/">Du willst tiefer in die Psychologie eintauchen? Hier habe ich einige Lesetipps für Dich zusammengefasst!</a></p>
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		<title>Welcher Skala folgt das Likert-Antwortformat?</title>
		<link>https://instantpsycho.de/welcher-skala-folgt-das-likert-antwortformat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julian Cunow]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jun 2021 21:10:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Akademie]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Fragebogen]]></category>
		<category><![CDATA[Items]]></category>
		<category><![CDATA[Likert]]></category>
		<category><![CDATA[Operationalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Quantitative Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Skala]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regelmäßig kommt das Likert-Antwortformat für psychologische Items zum Einsatz. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Enden der Skala jeweils mit einer Antwortmöglichkeit versehen sind (vgl. Titelbild).</p>
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<p>Regelmäßig kommt das Likert-Antwortformat für psychologische Items zum Einsatz. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Enden der Skala jeweils mit einer Antwortmöglichkeit versehen sind (vgl. Titelbild). So kann beispielsweise das linke Ende mit „stimme überhaupt nicht zu“ beschriftet sein, das rechte Ende mit „stimme voll und ganz zu“. Über eine Antwort auf einer mehrstufigen Skala ordnet eine befragte Person nun zu, ob sie eher dem linken, oder eher dem rechten Pol zustimmt. Dabei kann die Skala verschieden viele Stufen haben. Wer die Möglichkeit eines Mittelwertes auslassen will, verwendet eine gerade Anzahl an Stufen. Damit wird auch die Tendenz zur Mitte, also der Tatsache, dass viele dazu tendieren, einen mittleren Wert auszuwählen, vermieden. Andererseits wird so die Möglichkeit genommen, eine tatsächlich neutrale Position einzunehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Psychologische Konstrukte messbar machen</h2>



<p>Durch Likert-Skalen wird es ermöglicht, psychologische Konstrukte zu operationalisieren. Während die Größe von zwei Gegenständen beispielsweise gut mit einem Maßband gemessen und deren Größe dann verglichen werden kann, funktioniert das Messen von psychologischen Konstrukten nicht so einfach. Mit der Likert-Skala wird eine Möglichkeit geschaffen, diese Konstrukte zu erfassen. Während bei einem Maßband klar ist, dass der Abstand von einem zum zweiten Zentimeter genauso groß ist wie vom zweiten zum dritten Zentimeter (nämlich jeweils ein Zentimeter), kann man das beim Likert-Antwortformat nicht so einfach sagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ordinalskaliert oder intervallskaliert?</h2>



<p>Eine einfache Onlinerecherche nach Auswertemöglichkeiten von Likert-Skalen zeigt ein großes Diskussionspotenzial auf. So gibt es auf die Frage, ob Daten, die durch Items mit Likert-Antwortformat erfasst wurden, als ordinalskaliert oder intervallskaliert betrachtet werden müssten, unterschiedliche Antworten. Eine Ordinalskala besteht aus Ausprägungen, die in eine Rangfolge gebracht werden können. Eine Intervallskala hat zusätzlich zwischen den Ausprägungen gleichmäßige Abstände. Zur Frage der Skalierung gab es mit Stand zum 06.03.2021 allein auf einen <a href="https://www.researchgate.net/post/Is_a_Likert-type_scale_ordinal_or_interval_data" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Forenbeitrag bei ResearchGate.net</a> 171 Antworten, die verschiedene Schlüsse zulassen. </p>



<p>Ein häufiges Argument in dem Forenbeitrag für eine ordinale Skalierung ist, dass nicht genau gesagt werden könne, ob die Abstände zwischen einer starken und einer moderaten Zustimmung dieselbe seien, als bei der starken und moderaten Ablehnung. Ein ebenfalls im genannten Forenbeitrag verlinktes wissenschaftliches Paper deutet an, dass es einige Mythen und „Urban Legends“ rund um die Nutzung von Likert Skalen gibt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Likert-Items alleinstehend als atomar zu sehen sind und keine intervallskalierte Betrachtung erlauben, während das molekulare Bündel aller Items eine intervallskalierte Betrachtung erlaube. Dies haben die Autoren in mehreren Studien, die in dem Paper referenziert sind, ebenfalls nachvollzogen. Zusammenfassend ergibt sich also die Empfehlung, einzelne Items ordinalskaliert zu betrachten und erst bei der Summe aller Items je Skala von einer Intervallskalierung auszugehen. In vielen Studien wird dies nicht so gehandhabt und einzelne Items werden direkt miteinander verglichen.</p>



<p>Du benötigst Unterstützung bei der Erstellung und Auswertung deiner Befragung? <a href="https://instantpsycho.de/kontakt/">Ich freue mich über eine Mail!</a></p>



<p>Quelle: Carifio, J., &amp; Perla, R. J. (2007). Ten Common Misunderstandings, Misconceptions, Persistent Myths and Urban Legends about Likert Scales and Likert Response Formats and their Antidotes. <em>Journal of Social Sciences 3 (3)</em>, 106-116.</p>
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